Unser Erfolgsbeispiel: In Kanturo, im Westen Ghanas, hat für uns alles angefangen. Nachdem wir mit unserem Freund Campbell mehrere Dörfer besucht hatten, sind wir im Frühjahr 2013 in dem Dorf Kanturo gelandet.

Es gab kein Trinkwasser vor Ort und von den eigentlich 350 Kinder waren nur etwa 120 in der Schule anzutreffen. Auf unsere Nachfrage, wo all die Kinder seien, erklärte uns Campbell, dass viele Kinder auf den Feldern oder auf dem Markt arbeiten müssten. Nach kurzer Überlegung hatten wir uns schnell festgelegt – wir wollten dem Dorf Kanturo und den hier lebenden Kindern helfen.

Nach dem wir die Erlaubnis zur Unterstützung des Dorfs bei dem Chief der Region und der Verwaltung des Sunyani West Districts eingeholt hatten, konnte unser Projekt richtig starten.

Da die Kinder und Dorfbewohner täglich einige Kilometer zu Fuß zu einer Wasserquelle laufen mussten, haben wir in der Region Sunyani zwei Brunnenbauer damit beauftragt, direkt bei der Schule einen Brunnen zu bauen.

 

 img-20160727-wa0034

Der Brunnen wurde von Hand in einem Zeitraum von einigen Wochen gegraben. Nach 25 Metern Tiefe wurde endlich das Grundwasser erreicht. Über Stufen in der Wand konnte der Brunnenbauer am Abend immer wieder aus dem Loch heraus klettern. Am Ende wurde die Innenwand mit Zement ausgekleidet, um ein Einstürzen zu verhindern. Durch die enorme Tiefe des Brunnens konnten wir keine übliche Handpumpe einsetzen, um das Wasser an die Oberfläche zu fördern. Daher entschieden wir uns zu einer einfach zu bedienenden und einfach zu reparierenden Metallkurbel über die ein Plastikeimer am Seil heruntergelassen wird und sich mit Wasser füllt. Oben kann das Wasser in andere Eimer umgefüllt werden. Inzwischen ist der Brunnen abschließbar. So wird verhindert, dass Müll oder Pflanzen in den Brunnen fallen und diesen so verunreinigen. Wir waren richtig stolz, als die Dorfbewohner das erste saubere Trinkwasser aus dem Brunnen gefördert haben. Ein guter Start!

Nachdem die Trinkwasserversorgung sichergestellt war, wollten wir die Voraussetzungen für die Aufnahme in das School-Feeding-Programme schaffen. Dazu wurde in einer nahegelegenen Schule das dortige Küchenhäuschen ausgemessen, um ein baugleiches in Auftrag zu geben.

 dsc017211  14

Anschließend konnten dann Kochgeschirr und Kochtöpfe gekauft werden, welche nun sicher in dem Küchenhäuschen verstaut werden konnten.

Nach dem des Essen zubereitet ist, stehen die Schülerinnen und Schüler für die erste Schulmahlzeit an.

In dem Dorf Kanturo war bei unserer Ankunft bereits eine Toiletteneinrichtung mit insgesamt 6 Plumsklos vorhanden. Allerdings waren die Türen noch verschlossen, weil zur Eröffnung ein großer Wasserbehälter zum Auffangen des Regenwassers und die Handwascheinrichtung gefehlt haben. Diese haben wir ergänzt, wodurch nun die Schulkinder, Lehrerinnen und Lehrer die Toilette benutzen können.

 img_1239  klo3

Links im Bild der zukünftige Platz für den Wassertank. Rechts der fertige Tank inkl. Wasserrohr vom Dach in den Tank und Wasserhahn.

Durch den Ausbau der Schule wurden weitere Klassenräume geschaffen. So konnte eine Bildungseinrichtung für ca. 350 Schülerinnen und Schülern entstehen. Durch die Mitwirkung des Dorfes, des Schulmanagements und der regionalen Verwaltung waren für diese Förderung zum Aufbau einer gut funktionierenden Schule mit Grundversorgung der Kinder im Zeitraum 2013 bis 2015 nur ca. 27.500 € an privaten Fördermitteln notwendig.

Um den Anreiz für die Kinder, in die Schule zu kommen, weiter zu steigern, haben wir zusätzlich zu einem Globus, englischer Literatur und verschiedenen Lernmittel diverse Spielgelegenheiten geschaffen.

 dsc_0718  dsc_0808

Da wir früher als Kinder wahnsinnig viel Spaß beim Schaukeln mit einem LKW-Reifen hatten, haben wir kurzer Hand eine solche Reifen-Schaukel an einem der großen Bäume aufgehängt. An den strahlenden Gesichtern der Kinder konnten wir sehen, dass dies eine großartige Idee war.

 img-20160727-wa0031  img-20160727-wa0038

Bei einem örtlichen Metallbauer aus Sunyani haben wir zusätzlich eine kleine Schaukel bauen lassen, welche sicher im Boden verankert und in den Farben Ghanas lackiert wurde.

 img-20160727-wa0046  img-20160727-wa0012

Ein Basketball- und ein Volleyballfeld wurden gebaut und diverse Springseile sowie Fuß- und Volleybälle gekauft. Aufgrund der jetzt vorhandenen Trainingsmöglichkeiten konnte bereits eine Volleyball-Mädchen-Mannschaft an einem regionalen Wettbewerb teilnehmen und sogar gewinnen.

Um kleinere Schürfwunden und Blessuren sofort medizinisch versorgen zu können, wurden zwei Lehrer, sechs Schüler und zwei Dorfbewohner als Ersthelfer ausgebildet. Zur Auswahl der Ersthelfer haben wir zusammen mit den Eltern eine Versammlung in der Schule organisiert.

 img-20160727-wa0015

Unsere zwei Coaches fahren regelmäßig nach Kanturo und stellen fest, ob der Brunnen noch funktioniert und die Spielgeräte noch in Ordnung sind. Sie halten den Kontakt zu den Dorfbewohnern und zum Kollegium in der Schule. Zur Zeit werden die Zutaten für das Schulessen von den Eltern und Lehrerinnen und Lehrern gespendet. Falls nötig unterstützen wir mit Reis, damit die Schulkinder mindestens dreimal pro Woche eine Mahlzeit in der Schule bekommen.

Als zweiten Standort hat die Kanturo-Hilfe das entlegene Dorf Henekrom ausgesucht. Schau Dir hier an, was wir hier als nächstes vorhaben.